Interview mit Johan Scheepmaker und Heiko Suwalski von Siqura

Unser Schwesterunternehmen Siqura bietet seit vielen Jahren international erfolgreich Videoüberwachungslösungen wie IP-Kameras, Videoserver/-codecs, Netzwerkvideorekorder und Glasfaserübertragungssysteme an. Siqura kann auf langjährige Erfahrung im Sicherheitsmarkt zurückgreifen und bietet zuverlässige Komponenten von höchster Qualität. Wir trafen uns mit Johan Scheepmaker, Business Unit Manager, und Heiko Suwalski, Key Account Manager DACH von Siqura, um zu erfahren, welche Neuigkeiten uns erwarten.

Torsten Anstädt (l.), Johan Scheepmaker (r.v.) und Heiko Suwalski (r.h.) im Interview

Torsten Anstädt (l.), Johan Scheepmaker (r.v.) und Heiko Suwalski (r.h.) im Interview

Hallo Herr Scheepmaker, bitte stellen Sie sich unseren Kunden kurz vor.

Johan Scheepmaker:

Mein Name ist Johan Scheepmaker und ich bin seit dem 2. Januar dieses Jahres Business Unit Manager bei Siqura B.V. in der Hauptniederlassung von Siqura in Gouda (Niederlande). Dort bin ich für die integrierten Lösungen und Vertriebskanäle in EMEA und im fernen Osten zuständig. Zuvor habe ich für den Hersteller Honeywell Security und für den internationalen Distributor ADI Global gearbeitet. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im internationalen Sicherheitsmarkt hoffe ich, einige neue Ideen mit zu Siqura und zu TKH Security Solutions zu bringen. Ebenfalls neu in unserem Team ist Heiko Suwalski, Sales Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Heiko verfügt ebenfalls über große Erfahrung in der Sicherheitsbranche, die er bei Distributoren und Herstellern gesammelt hat. Er ist die ideale Besetzung, um AASSET im Verkauf und auch technisch zu unterstützen.

Was können Sie uns zur aktuellen Position von Siqura im Markt erzählen und was bietet Siqura dem Markt?

Johan Scheepmaker:

Siqura ist eine in Deutschland relativ unbekannte Marke. Wir sind allerdings schon seit einer langen Zeit aktiv. Ursprünglich sind wir als Hersteller von Glasfaserkonvertern und Encoding-Technologie gestartet. Damals waren wir unter dem Namen NKF (Niederländische Kabel Fabrik) aktiv und nachdem wir von der Optelecom, einem US-Unternehmen übernommen wurden, sind wir rapide in ganz Europa gewachsen. 2005 hat die TKH Group die Firma gekauft und in der selben Vision & Security Group wie Flexposure, VDG Security, Keyprocessor und Alphatronics positioniert. Seitdem arbeiten wir unter dem Namen Siqura. Seit Jahren sind wir nun in der Herstellung und im Verkauf von Codecs, Medienkonvertern und Kameras erfolgreich. Der Markt der Videoüberwachung hat sich mit der IP-Technologie und asiatischen Herstellern, die gute Produkte zu kompetitiven Preisen auf den Markt bringen können, massiv gewandelt. Unsere Strategie lag immer darin, unseren Produkten einen zusätzlichen Nutzen zu verpassen.

Natürlich müssen wir dabei auch neuen Technologien Rechnung tragen und diese zu akzeptablen Preisen anbieten. Aber um uns von anderen Produkten abzuheben, bieten wir bei unseren Kameras beispielsweise einen SFP-Slot an. Dieser erlaubt es Endkunden, die ihre Videoüberwachungssysteme von analog zu IP aufrüsten möchten, dies in mehreren Phasen umzusetzen. Eine komplette Migration ist teuer und Siqura bietet so die Möglichkeit, die Investition in mehrere kleine Häppchen aufzuteilen. Wir können so bei bestehender Infrastruktur moderne IP-Kameras an jeden Kabeltypen anschließen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Da wir selber Hersteller sind, haben wir auch einige Interessante Konzepte entwickelt. Im Bereich Mobilität haben wir beispielsweise eine spezielle TunnelCam entwickelt und für die Stadtüberwachung eine spezielle CityCam, die ideal für den Einsatz in Stadtzentren und an Kreuzungen geeignet ist. Beide Kameras sind speziell für diesen Einsatzzweck ausgelegt. Ein weiterer Fokus liegt im Markt Marine, Öl und Gas (MOG) für den wir eine Vielzahl an Produkten im Sortiment haben, die mehr als nur konkurrenzfähig zu allen anderen bekannten Herstellern im Markt sind.

Was hat sich bei Siqura in den letzten 12 Monaten geändert?

Johan Scheepmaker:

Die größte Änderung war der Wandel vom Hersteller zum Lösungsanbieter. Zusammen mit unseren Schwesterunternehmen innerhalb der TKH Gruppe, die in anderen Sicherheitsdisziplinen wie Zutrittskontrolle und Videomanagement unterwegs sind, haben wir voll integrierte Video- und Zutrittslösungen entwickelt. Je nach Markt sind wir in der Lage, spezifische Hardware mit individuell angepassten Videoanalyse-Algorithmen auszuwählen und anzubieten. Neben den technischen Änderungen gab es auch Änderungen in unserer Organisationsstruktur. Wir arbeiten in drei verschiedenen Businesseinheiten. Innerhalb der gesamten THK liegt der Fokus auf Straßen und Tunneln und im Marinebereich. Aus diesen Gründen wurden Produkte und Konzepte speziell für diese Märkte entwickelt. Für den öffentlichen Bereich hat Siqura einige neue Kamerareihen entwickelt, die mit den besten Marken konkurrieren können und zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden.

Was können wir von Siqura in naher Zukunft erwarten?

Johan Scheepmaker:

Wie bereits zuvor erwähnt, wird Siqura den Wandel vom Hersteller hin zum Lösungsanbieter vollziehen. Unser Ziel ist es, dem Markt zu helfen, Fragestellungen zu Themen wie Sicherheit und Prozessen zu beantworten. Das bedeutet, dass wir in erster Linie weiterhin Lösungen entwickeln werden, die sich für die Außenüberwachung bzw. Perimetersicherung von Firmengeländen und größeren Arealen eignen. Doch darüber hinaus arbeiten wir gleichzeitig auch daran, Lösungen für Prozesse zu entwickeln. Hierin liegt unser großes Alleinstellungsmerkmal. So haben wir beispielsweise mit unserer Marine Kamera oder der Tunnel Kamera Lösungen entwickelt, die speziell an die Anforderungen von Werften bzw. Tunnel Sicherheitsfirmen angepasst wurden. Diese Kameras bieten einzigartige Funktionen für ihren Einsatzbereich und haben eine hohe Qualität. Um mit dem schnellen Wandel im Markt Schritt zu halten, werden wir unsere Produktentwicklung und die Veröffentlichung neuer Produkte weiter beschleunigen. Das wird ein wichtiger Schlüssel zu unserem Erfolg sein.

Im nächsten Schritt werden wir unsere Marktabdeckung überprüfen. Wir möchten nur mit den besten Unternehmen im Markt, wie bspw. mit der AASSET zusammenarbeiten. Das gilt für alle Länder in denen wir Geschäfte machen. Die Zusammenarbeit mit aktiven und qualifizierten Partnern hilft uns dabei, unsere Marke besser zu positionieren. Wir wollen die Bekanntheit, Zuverlässigkeit und Qualität unserer Produkte und Marke im DACH Markt weiter steigern.

Heiko Suwalski (l.) und Johan Scheepmaker (v.) im Interview

Heiko Suwalski (l.) und Johan Scheepmaker (v.) im Interview

Auf welche neuen Produkte und Technologien können wir uns freuen?

Johan Scheepmaker:

Unsere Roadmap sieht sehr vielversprechend aus. Es gibt so viele Dinge über die ich sprechen möchte, ich werde mich allerdings auf einige wenige hier beschränken, die besonders interessant sind. Im April planen wir die Veröffentlichung einer neuen Kameraserie für den Einsteigerbereich. Diese Kameras werden günstiger als die Kameras, die sich momentan in unserem Portfolio befinden, und sind dennoch leistungsstark und von hoher Qualität. Wir werden weiterhin unseren SFP-Slot in einer Vielzahl von Kameras beibehalten und werden in manchen internationalen Märkten auf besonderen Wunsch hin Kameras anbieten, die in heißen Umgebungstemperaturen (> 65° C) funktionieren herausbringen. Außerdem gibt es Kameras mit integriertem Kompass und erweiterten Privatzonenfunktionen.

Später in diesem Jahr werden wir außerdem eine neue Kamera für die Nummernschilderkennung herausbringen, die mit einer eigens entwickelte Analysesoftware kommt. Für den Mobilitätsbereich kommt ebenfalls eine neue Version unserer Tunnel Kamera. Diese Kamera hat zwei Sensoren, einen Thermalsensor und einen optischen Sensor, um alle möglichen Vorfälle in einem Tunnel überwachen zu können. Natürlich ist der Einsatz dieser Kamera nicht nur auf Tunnel beschränkt. Die Kamera könnte ebenfalls in Anwendungen zum Einsatz kommen, in denen wegen Nebel oder schlechten Lichtbedingungen bis hin zu kompletter Dunkelheit, spezielle Kameras benötigt werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Parkplätze oder der Schienenverkehr.

Aktuelle Produkte im Marine oder Küstensektor sind groß und schwer. Deswegen arbeiten wir daran, leichtere und kompaktere Produkte zu entwickeln. Diese sollen gleichzeitig auch leichter zu installieren sein und weiterhin alle Zertifizierungen für diese Märkte erfüllen. Außerdem sind wir aktuell in einer neuen Testphase für eine neue „WaterVision“ Analysesoftware um Probleme bei der Erkennung von Objekten auf offenem Gewässer zu lösen. Diese Lösung ist speziell für die Küstenüberwachung oder für Häfen. Natürlich werden wir AASSET weiterhin über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten und technische Schulungen anbieten.